Frequenzversteigerung in der Schweiz wird erst im kommenden Jahr stattfinden

Telekom Austria und Orange kooperieren womöglich beim Ausbau von LTE

Frequenzversteigerung in der Schweiz erst im kommenden Jahr

Die nötigen Frequenzen für den Ausbau des LTE-Netzes in der Schweiz warten noch auf ihre Versteigerung. Und die soll, so kündigt die eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) an, einerseits nur einmalig und andererseits erst im ersten Quartal des kommenden Jahres stattfinden. Das allerdings stößt gerade bei den kleinen Anbietern auf Kritik. Die hatten nämlich eine gestaffelte Auktion gefordert. Aber alle Kritik nützt nichts: die ComCom hält an ihrem Vorhaben fest und sieht in der einmaligen Auktion sehr viele Vorteile. Der Ausbau von Long Term Evolution in der Schweiz wird damit wahrscheinlich schneller vorangetrieben.

Frequenzenversteigerung in der Schweiz erst im nächsten Jahr – LTE-Ausbau verschoben

Für die ComCom ist eine einmalige Vergabe für die Lizenzen der Frequenzen mit Plansicherheit für die Betreiber verbunden und eine gestaffelte Vergabe würde nur den Ausbau des neuen Mobilfunknetzes verzögern. Die schweizerische Eidgenossenschaft ComCom äußert sich dazu:

[…] Die ComCom kommt nach eingehender Prüfung zum Schluss, dass die Vergabe aller Mobilfunkfrequenzen im Rahmen einer einzigen Auktion am vorteilhaftesten ist. Dies bietet allen Interessenten die Chance, eine zukunftstaugliche, komplette Frequenzausstattung zu erwerben und führt zu langfristiger Planungssicherheit. Eine gestaffelte Vergabe der Frequenzen, wie von einzelnen Betreibern angeregt, würde die Komplexität und somit die Unsicherheit für die Betreiber erhöhen. Eine Staffelung hätte zudem die Einführung der neusten Mobilfunktechnologie verzögert (LTE) und die Schweiz wäre bei der technologischen Entwicklung ins Hintertreffen geraten. […]

Doch eigentlich war die Auktion bereits für diesen Sommer angekündigt und wäre der Termin eingehalten worden, könnten die Betreiber bereits jetzt schon mit dem Ausbau des LTE-Netzes – egal ob gestaffelt oder einmalig – beginnen und nicht erst im kommenden Jahr.
Der einzige Anbieter, der mit der Entscheidung von ComCom gut leben kann ist Swisscom – einst Monopolist in der Schweiz. Orange hingegen zeigt sich sichtlich enttäuscht. Man hätte sich für eine gestaffelte Vergabe der Lizenzen eingesetzt und das jetztige Auktionsschema sei ein Unikat in Europa, welches ein gefährliches Experiment für die Schweiz sei, so Orange. Allerdings sei für den Kommunikationsanbieter die Nichtteilnahme auch keine Option, man werde aber alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen.

Linzenzvergabe füllen Staatskasse

Unabhängig vom Für und Wider der einmaligen Auktion – für die Staatskasse jedoch würde eine einmalige Vergabe der Linzenzen eine Einahme von rund umgerechnet 500 Mio. Euro bedeuten – sofern alle Blöcke zum Mindestpreis versteigert werden. Doch man geht bereits jetzt schon davon aus, dass einzelne Blöcke weit mehr als das Mindestgebot einbringen wird.