Glasfaser nur eine Komponente im Ausbau der deutschen Breitbandversorgung

Telekom Austria und Orange kooperieren womöglich beim Ausbau von LTE

Glasfaser besitzt im Ausbau der Breitbandversorgung keine Priorität

Weiße Flecken übersähen gegenwärtig noch die Breitbandversorgungskarte in Deutschland. Mit der geplanten Breitbandstrategie der Bundesregierung soll bis spätestens 2018 kein Fleck mehr übrig bleiben. Doch im Ausbau für die flächendeckende Breitbandversorgung in Deutschland soll nicht zwangsläufig ausschließlich das Glasfasernetz in alle Haushalte (das sogenannte Fibre to Home) einen unangefochtenen Stellenwert bekommen.

Auf der Messe für Glasfasernetze Bel2 in Berlin ist für den Referent für Grundsatzfragen der Telekommunikationspolitik im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), Regierungsdirektor Frank Krüger klar, dass der Ausbau der Breitbandversorgung in Deutschland nur aus einer Kombination aus Kabel, LTE und Glasfaser funktionieren kann. Dennoch sieht Krüger die Dominanz im Glasfasernetzausbau.

Regierungsdirekter des BMWi zufrieden mit dem gegenwärtigen Breitbandausbau

Aber auch wenn es derzeit noch jede Menge weiße Flecken auf der Versorgungskarte in Deutschland gibt, ist Krüger mit der derzeitigen Breitbandversorgung zufrieden. 95 Prozent können in Deutschland aktuell mit einer Geschwindigkeit von 1Mbit/s ins Netz. Derzeit sind es insgesamt 26,4 Prozent, die breitbandig surfen können – damit steht Deutschland im europäischen Vergleich auf Platz fünf.

LTE keine Festnetzalternative

Ziel sei es laut Krüger erst einmal die Grundversorgung, dann folge eine hohe, flächendeckende Breitbandversorgung. Aber eine Förderung für den Ausbau der Hochleistungsnetze soll es nicht geben. Auch der von verschiedenen Verbänden geforderte Universaldient (Internet für alle – wie es bereits beim Strom und Wasser ist) sei derzeit kein Thema. Dennoch fordern einige Verbände in Deutschland – darunter die BITKOM und die Initiative geteilt.de – eine flächendeckende Versorgung für alle. Doch die Meinungen gehen weit auseinander. Geteilt.de sieht in LTE keine Festnetzalternative und verweist auf Funklöcher, die bei jedem Funkstandard entstehen und keine konstante Internetverbindung bieten kann. Dennoch stellen sich alle die Frage, wie eine flächendeckende Breitbandversorgung besonders in den ländlichen Regionen kommen kann. Die Bundesregierung sieht sich nicht als einzige in der Pflicht, sondern weist daraufhin, dass nur alle zusammen eine Lösung finden können.