O² geht an die Börse

O² geht an die Börse

Das Tochterunternehmen der spanischen Telefongesellschaft Telefónica, O², soll bereits Ende Oktober an die Börse gehen. Der spanische Telekommunikationsriese Telefónica verspricht enorme Erlöse aus dem Börsengang.

Frisches Geld für das hoch verschuldete Unternehmen

Die angespannte finanzielle Situation des spanischen Telekommunikationsriesen Telefónica ist wohl der Auslöser dafür, dass die deutsche Firmentochter O² bereits gegen Ende Oktober 2012 an die Börse gehen soll. Der Börsengang sei notwendig, um frisches Geld in den Mutterkonzern zu bekommen, so offizielle Aussagen seitens Telefónica.

Obwohl der Börsengang von O² jede Menge frisches Geld in die leeren Kassen des spanischen Unternehmens spülen soll, sollen laut offiziellen Angaben rund 77 % der Aktien im spanischen Mutterkonzern verbleiben. Der Grund hierfür ist offensichtlich – O² erwirtschaftet Gewinne und ist auch im LTE-Geschäft in Deutschland vorne mit dabei.

O² in deutscher Mobilfunkrangliste auf Platz 4

Mit beinahe 19 Millionen Kunden im Mobilfunkbereich stellt das spanische Tochterunternehmen O² einen beachtlichen Teil der deutschen Mobilfunkkunden und ist damit auf Platz vier der Rangliste aller deutschen Mobilfunkunternehmen. Der Börsengang des Unternehmens soll laut Schätzungen rund 1,68 Milliarden Euro einbringen und erweckt schon allein aufgrund dieser Größenordnung das Interesse der Börsianer.

Merkwürdige Finanzaktionen seitens des Mutterkonzerns

Obwohl gerade O² gewinne erwirtschaftet und das Geld dringend in den Ausbau des LTE-Netzes investieren möchte, zapft der Mutterkonzern die Gewinne der Tochter an und transferiert dieses Geld auf eigene Konten. Zuletzt wurden vor einigen Wochen Transaktionen in Milliardenhöhe weg von O² hin zu Telefónica Spanien getätigt, um den Mutterkonzern liquide zu halten.

Dieser Abfluss von Barmitteln ist für O² ein schrecklicher Umstand, da der zügige Ausbau des LTE-Netzes ein Garant für die Marktfähigkeit darstellt. Die direkten Konkurrenten, Vodafone und T-Mobile, können so O² in Sachen Investitionen davonziehen und ihre Vorherrschaft weiter ausbauen, während das Tochterunternehmen der Telefónica das Nachsehen hat.