Vorgänger der LTE Technik

Ältere Mobilfunkstandards

Mit der LTE Technik wird ein neuer Standard in der Mobilfunktechnik auf internationaler Ebene Einzug halten. Durch ihn werden künftig sowohl im Uplink als auch im Downlink weitaus höhere Datenraten erzielt als bisher möglich war. Gemeinsam mit der LTE Technik soll das mobile Internet zum Massenmarkt werden. Höhere Übertragungstragen und eine bessere Übertragungsqualität werden langfristig in Verbindung mit dem neuen Standard dafür sorgen, dass Tarife für das mobile Surfen günstiger sind.

Die neue LTE Technik hat zahlreiche Vorgänger, die bislang für die Verbraucher zur Verfügung standen. Viele von ihnen waren für die Mobilfunkbetreiber mit erheblichen Kosten verbunden und stehen aus diesem Grund nicht bundesweit zur Verfügung. Der Ausbau der LTE wird nicht mit solch hohen Kosten verbunden sein, wie sie aus der UMTS Technik bekannt sind.

GSM

Einer der Vorgänger der LTE Technik ist das Global System for Mobile Communications, kurz GSM. Der Standard für volldigitale Mobilfunknetze wurde bislang überwiegend für die Telefonie genutzt. Ebenso erfolgte die Anwendung in Verbindung mit der leistungsvermittelten und paketvermittelten Datenübertragung. Zudem wurde GSM für Kurzmitteilungen genutzt. GMS ist der erste Standard, der in Deutschland zum Einsatz kam und wurde als Nachfolger der analogen Systeme gefeiert. Noch heute handelt es sich bei diesem um den Mobilfunk-Standard, der weltweit am meisten verbreitet ist.

Geschaffen wurde GSM mit dem Ziel ein mobiles Telefonsystem anbieten zu können. Dadurch sollte den Teilnehmern dauerhaft eine europaweite Mobilität erlaubt werden. GSM ist hierzulande die technische Grundlage der E- und D-Netze. In Deutschland wurde der Standard 1990 eingeführt. Er zog in den 1990er Jahren eine rasche Verbreitung von Mobiltelefonen nach sich. Heute wird der Standard in insgesamt 670 GSM-Mobilfunknetzen genutzt. Die Netze finden sich in rund 200 Ländern und Gebieten der Welt. Demnach ergibt sich ein Anteil von rund 78 Prozent aller Mobilfunkkunden. Zu späterer Zeit wurde GSM verschiedenen Erweiterungen unterzogen, sodass neben GPRS, HSCSD und EDGE entstanden. Damit die Netze genutzt werden können, stehen den Verbrauchern heute rund 1700 Mobiltelefonmodelle zur Verfügung.

GPRS

Auch bei dem General Packet Radio Service, GPRS, handelt es sich um einen Vorgänger der LTE Technik. Bei diesem handelt es sich um einen paketorientierten Dienst, der zur Datenübertragung in GSM- und UMTS-Netzen genutzt wird. Sobald GPRS aktiviert wird, besteht eine dauerhafte Verbindung zur Gegenstelle ausschließlich in virtueller Form. Der Funkraum wird erst dann besetzt, wenn Daten wirklich übertragen werden. Ist dies nicht der Fall, ist der Funkraum für andere Nutzer frei. Aus diesem Grund braucht bei diesem Standard kein Funkkanal dauerhaft reserviert werden. Aufgrund dieser Technik sind die GPRS-Abrechnungen in der Regel ausschließlich von den übertragenen Datenmengen abhängig. Die Verbindungsdauer ist dabei nicht entscheidend.

GPRS ist grundsätzlich paketorientiert. Demnach werden die Daten bei dem Sender in einzelne Pakete umgewandelt. Als Pakete werden sie schließlich auch übertragen. Erst beim Empfänger werden sie zu den jeweiligen Daten zusammengesetzt. Heute unterstützen so gut wie alle neuen Mobiltelefone GPRS. Auf dem Standard basiert unter anderem der Multimedia Messaging Service.

EDGE

Das Kürzel EDGE steht für Enhanced Data Rates for GSM Evolution. Der Vorgänger der LTE ist eine Technik, die zur Erhöhung der Datenübertragungsrate in GSM Netzen eingesetzt wurde. Damit die Datenübertragungsraten in diesen Netzen erhöht werden können, wurde ein zusätzliches Modulationsverfahren eingeführt. Durch EDGE wird der Datendient GPRS zu E-GPRS umgewandelt. Zudem erfolg die Umwandlung von HSCSD zu ECSD. Dabei handelt es sich bei EDGE stets um eine Weiterentwicklung der bereits bekannten GSM-Technik. Mit nur mäßigem Aufwand konnte sie in die bereits bestehenden Mobilfunknetze integriert werden, ohne dass sie diese störte. Lange Zeit wurde EDGE ausschließlich als ein Zwischenschritt zu UMTS angesehen und als solcher auch Entwicklungen unterzogen.

Eingeführt wurde die neue Technik in rund 75 Ländern. Dabei fand der EDGE Ausbau in Deutschland doch vergleichsweise spät statt. Erst im März 2006 startete die Deutsche Telekom mit der erforderlichen Aufrüstung. Flächendeckend ist die Technik im GSM Netz von T-Mobile erst seit dem Frühjahr 2008 verfügbar.

UMTS

Einer der bekanntesten Vorgänger der LTE Technik ist UMTS. Das Kürzel steht für Universal Mobile Telecommunications System. Dahinter verbirgt sich der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS zeichnete sich im Vergleich zu seinen Vorgängern durch deutlich höhere Datenübertragungsraten aus. Durch die ITU wurde UMTS für IMT-2000 ausgewählt. Damit handelt es sich bei der Technik um einen der Standards der dritten Mobilfunkgeneration. Ursprünglich erfolgte die Standardisierung durch das ETSI. Die Pflege des Projekts wird heute durch 3rd Generation Partnership Project übernommen. Auch weiterhin unterliegt UMTS einer stetigen Weiterentwicklung und wird damit an die wachsenden Anforderungen angepasst. So konnte durch HSDPA die maximal mögliche Empfangs-Datenrate erhöht werden.

UMTS umfasst als Technik sehr unterschiedliche Bereiche. Dazu gehören unter anderem erweiterte multimediale Dienste, sowie erd- und satellitengestützte Sendeanlagen. Heute können via UMTS sehr unterschiedliche Dienste angeboten werden. Zu ihnen gehören die zwischenmenschliche Kommunikation, Nachrichtendienste und Informationsverteilung. Aber auch verschiedene Standortbezogene Dienste und verschiedenste Geschäftsdienste werden über diesen Standard realisiert. In 100 Ländern gab es im Oktober 2008 insgesamt 230 3G-Netze mit mehr als 400 Millionen Teilnehmern.